Tinkerbang GNU/Linux®

©2020, arborist

GNU/Linux® - das weltweit meistbenutzte Betriebssystem auf Smartphones, Desktops und Servern bietet neben schier grenzenlosen Konfigurations­möglichkeiten den Vorteil einer pflegeleichten, überschaubaren und privacy-freundlichen Softwaregestaltung für den Einsatz auf Single-Board-Computern, wie dem Raspberry Pi oder dem ASUS Tinkerboard.

Während der Raspberry Pi mit proprietärer Software für Bootup und GPU betrieben werden muß, ermöglicht das ASUS Tinkerboard die Verwendung freier und quelloffener Software. Der verbaute Rockchip RK3288 Prozessor wird von der Free Software Foundation als usable with free software eingestuft.

Free and Open Source Software

Tinkerbang: Startfenster mit Menü Tinkerbang: Startfenster mit Applikationen-Menü. ©2020, arborist

Die hier zum kostenlosen Download und zur freien Verwendung angebotene Linux-Distribution Tinkerbang GNU/Linux® ist ein eigens für den Einsatz des ASUS Tinkerboard als alltagstauglichem Desktop-Computer zusammengestelltes Betriebssytem. Folgende Komponenten sind in dieser Distribution enthalten:

  • Linux-libre-Kernel der Free Software Foundation Latin America (FSFLA)
  • Das U-Boot - A Universal Boot Loader
  • Busybox - The Swiss Army Knife of Embedded Linux
  • LibreSSL - ein Fork des OpenSSL-Projekts
  • GNU-Toolchain mit der GNU-Compiler-Collection und Glibc
  • Crypto-Software inkl. Cryptsetup, GNUPG und eCryptFS
  • Vimb - ein Webbrowser für die Webkit2Gtk-Engine
  • FFmpeg - ein universeller Media-Converter und -Player
  • BareSIP - ein Softphone für VoIP
  • TinyProxy - der schlanke HTTP-Proxy
  • Do_it - ein Paketmanager für quelltext-basierte Softwareverwaltung
  • Anwendungen für Netzwerk, Audio, Video, Office etc. und
  • Xfbdev-Server - eine resourcenschonende Fensterverwaltung

Merkmale und Besonderheiten

Tinkerbang: Dateimanager und Onscreen-Tastatur Tinkerbang: Dateimanager im Menü-Modus und teilbare Onscreen-Tastatur. ©2020, arborist

Das Hauptaugenmerk von Tinkerbang GNU/Linux® liegt auf der Bereitstellung resourcen­schonender, tastatur­bedienbarer Software aus freien Quellen, die durch den Anwender weitestgehend an die persönlichen Bedürfnisse angepasst werden kann.
Eine durchgängige Verschlüsselung der privaten Daten ist ebenso Standard, wie die Filterung des Internet-Traffics durch einen HTTP-Proxy. Anwendungen, die Zugriff auf das Netzwerk haben, werden in einer Sandbox betrieben, um sie von anderen Prozessen des Computers abzuschirmen.

Die fortlaufende Sicherung der verschlüsselten privaten Daten auf ein externes Speichermedium vor dem Herunterfahren des Rechners ist obligatorisch. Die Installation von Software findet nicht direkt auf dem System statt, sondern wird zuvor auf einem externen Medium (Shadow System) durchgeführt, wo sie vor der endgültigen Installation und Verwendung getestet werden kann. Das Shadow System dient auch als Rescuesystem bei außergewöhnlichen Problemen.
Alle Systemanwendungen werden auf einem nur lesbaren Dateisystem gespeichert, um unauthorisierte Fremdinstallationen zu unterbinden und den Speicherbedarf der Programme durch Kompression zu reduzieren. Der Linux-Kernel enthält alle notwendigen Treiber und Einstellungen und startet direkt in das Root-Dateisystem, was den Bootvorgang signifikant beschleunigt.
Der Login erfolgt mit Hilfe eines Schlüsselsticks, auf dem sich auch alle weiteren persönlichen Einstellungen befinden.

Die Konfiguration der Anwendungen erfolgt über Einstellungen in Config-Dateien. Eine graphische Oberfläche für Einstellungsdialoge ist nicht vorhanden, ebenso wenig wie andere grafische Stilmittel (Icons, Themes, Fonts ...).
Die Verwaltung der Software mit dem Paketmanager findet - wie bei vielen anderen Linux-Distributionen auch - auf dem Terminal (Console) statt und ist quelltext-basiert. Das heißt, dass die Programme auf dem Computer mit Hilfe der GNU-Toolchain aus den Quelltexten kompiliert und installiert werden. Die Konfiguration der einzelnen Programme vor Kompilation wird ebenfalls in Textdateien - sogenannten recipes - vorgenommen. Damit lassen sich die Anwendungen passgenau auf die Ansprüche der Anwender*innen zuschneiden.

Dokumentation und Support

Tinkerbang: Webbrowser und Networkmanager Tinkerbang: Webbrowser und Networkmanager. ©2020, arborist

Für eine erfolgreiche Installation von Tinkerbang GNU/Linux® müssen die folgenden Voraussetzungen erfüllt und die benötigte Hardware vorhanden sein:

  • Ein ASUS Tinkerboard möglichst ohne eingebauten eMMC-Speicher1).
  • Ein HDMI-Touchscreen oder ein vergleichbares Display2).
  • Ein offizielles Raspberry Pi 3 Netzteil oder Stromversorgung über USB (5V/2,5A)3).
  • Eine Micro-SD-Card mit min. 16 GBytes Speichervolumen und Class 10/A1.
  • Eine Tinkerbang GNU/Linux® Image-Datei als Download von dieser Seite.
  • Ein USB-Stick mit min. 4 GBytes Speicherkapazität für Basisinstallation und Shadow System.
  • Ein USB-Stick mit min. 256 MBytes Speicherplatz zur Verwendung als Schlüsselstick.
  • Ein USB-Tethering-fähiges Smartphone für die Internetverbindung während der Installation.
  • Eine handelsübliche USB-Tastatur.

Nach dem Download des Tinkerbang-Image die Image-Datei auf die min. 16 GBytes große Micro-SD-Card kopieren. Dazu stehen für Windows der Win32DiskImager, für Windows/Mac OS das Programm Etcher und für Linuxer das Kommandozeilen-Tool 'dd' zur Verfügung.

Kopieren des Tinkerbang Image mit dd im Linux Terminal:
# sudo dd if=./tinkerbang.img of=/dev/mmcblk?
Achtung: /dev/mmcblk? durch die Gerätebezeichnung der Micro-SD-Card ersetzen, z.B. /dev/mmcblk1

Nach erfolgreichem Flashen die Mirco-SD-Card in den Karten-Slot des ASUS Tinkerbord schieben, das Display, die Tastatur und die Stromversorgung anschließen. Der Tinkerbang GNU/Linux® Bootvorgang mündet in die Linux-Konsole mit der Eingabeaufforderung (Prompt). Jetzt das Setup-Programm starten und den Anweisungen auf dem Display folgen.

Starten des Setup-Progamms durch Befehlseingabe in die Konsole:
# do_it setup

Nach Abschluß des Setups sollten die bootfähige Micro-SD-Card, der Schlüsselstick und das Shadow System komplett einsatzbereit sein.
Beim ersten Start von Tinkerbang GNU/Linux® wird das Handbuch angezeigt, das in deutscher Sprache hier heruntergeladen werden kann.
Support-Anfragen können an support @ entdeckedeinenatur .de gerichtet werden.

Lizenz und Copyright

Tinkerbang: Mediaplayer und Taschenrechner Tinkerbang: Mediaplayer im Video-Modus und Taschenrechner. ©2020, arborist

Sofern nicht anders angegeben, gilt die GNU General Public License (GPL) in ihrer aktuellen Ausgabe. Eine Kopie der Lizenz ist unter https://www.gnu.org/licenses/ in englischer Sprache erhältlich.
Wie bei allen FOSS-Projekten gibt es keine Garantien oder Gewährleistungen seitens der Autoren der angebotenen Software. Die Verwendung der Software erfolgt auf eigene Verantwortung des Nutzers.
Das Copyright für sämtliche Nicht-Systemanwendungen, Konfigurationsskripte und Dokumentationen verbleibt beim Autor dieser Webseiten (siehe Impressum).


Mögliche Bezugsquellen für die oben genannte Hardware:
1) https://www.reichelt.de/asus-tinker-1-8-ghz-quad-core-2-gb-ddr3-asus-tinker-p194619.html
2) https://eckstein-shop.de/Waveshare-7-inch-1024600-Raspberry-Pi-Display-HDMI-Resistive-Touch-Screen-LCD-Direct-connect
3) https://eckstein-shop.de/51V-25A-Universal-Netzteil-micro-USB-Raspberry-Pi-3-Ladegeraet-Power-Adapter-Schwarz

The registered trademark Linux® is used pursuant to a sublicense from LMI, the exclusive licensee of Linus Torvalds, owner of the mark on a world-wide basis.


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